Montag, 17. August 2015

Peu à Peu

Peu à Peu - sprich: Schritt für Schritt - geht es mal voran, mal auch zurück.
Mal bewege ich mich in meiner eigenen kleinen Wolke / Blase und habe den Eindruck, dass vor mir nur ein Film abläuft, dann bin ich wieder mal klar im Kopf, bin hochmotiviert und aufnahmefähig, so wie früher. Dieses "Klarsein" ist leider aber eine Seltenheit geworden, einfach Kaffee hilft da nicht. Gelegentlich, ja, tierisch stark aufgebrüht und mit Kakao und Milch versehen, damit es halbwegs herunterzubringen ist. Ich kaufe mir quasi Wachheit und Flucht aus meinem steten Dämmerzustand. Für einige Stunden kann ich den trüben und hoffnungslosen Gedanken entfliehen, bin mir meiner Selbst und meiner Umgebung wieder bewusst, ich singe, lache, bin fröhlich, tanze im Kreis durch die Wohnung bei Guter-Laune-Mucke, räume auf, putze, lerne, miste aus. Vielleicht ist das das, was andere "wie auf Droge" beschreiben. Keine Ahnung, ich habe noch nie welche genommen. Wenn aber die Wirkung nachlässt, geht es mir nicht besonders: Herzrasen, Übelkeit, Frustriertheit, Erschöpfung. Deswegen mache ich das nur, wenn ich der Auffassung bin, dass ich es wirklich benötige. Und irgendwie kann ich es auch kaum noch abwarten, bis ich endlich das Medikament bekomme.

Große Erwartungen hängen an der Wirkung dieses Präparates: Modafinil. Ich habe mich im Internet kundig gemacht, was das überhaupt ist. Es wird scheinbar unter einigen Studenten als Aufputscher auf dem Schwarzmarkt gehandelt, in Amerika wird es massenhaft geschluckt und ist frei zugänglich ... irgendwie nicht so tolle Vorstellungen, die man da vermittelt bekommt, was vermutlich auch der Sinn der Sache sein dürfte. Wie es aber mit vielen Dingen ist: Für die einen Gift, für die anderen ein Heilmittel. Für die einen eine Droge, für die anderen wieder ein Heilmittel. ich gehöre dann also zu letzterer Kategorie.
Mein Hausarzt und mein Gastro haben es abgesegnet, fehlt nur noch mein Neurologe. Da dauert es aber, bis ich einen Termin bekommen habe. Außerdem wurde ich darauf hingewiesen, dass die Tabletten den Appetit dämpfen würden; umso besser, ich habe eh zu viel davon, auch wenn man es mir nicht ansieht ;) Auf Dauer entlastet das hoffentlich meine Geldbörse dann oder einfach die Nervosität, wenn einmal nichts im Hause ist.

Im Oktober kann ich endlich wieder studieren hoffentlich, ich freue mich schon so. Das Nichtstun(können) geht an die Materie und meine Gedanken kreisen stets nur um diese verdammte Müdigkeit. Oft bin ich erschöpft, müde und will nur schlafen. Lege ich mich aber hin zum Schlafen, wache ich vor zwei Stunden nicht richtig auf. Zwischendurch schon, aber dann ist da so eine extreme, sumpfige und zähe Müdigkeit da, dass ich es nicht schaffe, meine Gedanken dahin zu steuern, dass sie meinem Körper sagen, dass er aufstehen soll; und wenn ich es endlich geschafft habe, bin ich so sehr müde und bereue es abermals, dass ich mich überhaupt schlafen gelegt habe. Lange Zeit habe ich mich deswegen für faul gehalten und kann es auch heute nicht so ganzabschütteln, aber ich habe es verstanden, dass es nicht ganz an mir lag.

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