Im Moment dreht sich mein Leben eigentlich nur darum:
Die alten Marotten loszuwerden, die sich durch meine Hypersomnie entwickelt haben; und die hatten mehr als ein Jahrzehnt Zeit, sich so richtig fest reinzufressen. Die jetzt loszuwerden, wieder in einen Rhythmus zurückzufinden ist so unendlich schwierig, dann geht es ein paar Tage zwar, dann fällt man doch wieder zurück und fühlt sich irgendwie noch mieser als vorher.
In etwa kann man sich meine Situation folgendermaßen vorstellen:
Man steht vor einer Wand. Egal ob man nach links, rechts oder oben schaut: Sie scheint endlos zu sein, aber man weiß, was auf der anderen Seite wartet: Ein unglaublich großer Schuttberg und viele Baustellen, von denen man weiß, dass sie da nicht mehr so lange bleiben dürfen. Obwohl es kein Zurück gibt und kein Vorwärts, versucht man nach vorne zu kommen und läuft ständig gegen diese Wand. Ganz als ob die Katze ihren eigenen Schwanz jage.
Immer wieder sackt man zusammen, seufzt, heult vor Frust, steht auf und versucht es erneut und fragt sich, ob es daran liegt, dass der Wille nicht groß genug sei? Ist es vielleicht auch so bei jenen, die an einer Sucht leiden und damit einfach nicht aufhören können, obwohl sie es wollen?
Mir wurde so viel Zeit gegeben und ich habe sie nicht nutzen können, weil ich in mir selber versunken bin. Zwischendurch kam jemand wie zum Beispiel meine Lieblingswusel vorbei, was mir so unendlich viel Kraft gegeben hat und ich mich einfach mal so angenommen gefühlt habe, wie ich aktuell bin. Die es mir nicht böse nachsah, wenn ich ein Treffen wegen Müdigkeit oder zu viel Watte im Kopf abgesagt habe. Ganz im Gegenteil: Sie hat Verständnis für mich aufgebracht und es "jennygerecht" hinbekommen, dass ich es auch geschafft habe, mich zu melden; ohne jemals auch nur ein böses Wort darüber zu verlieren; necken, ja, aber niemals ein böses. Damit hat sie mir so unendlich viel gegeben, das kann ich gar nicht ausdrücken. Es mag jetzt ganz doof klingen, aber ich weiß auch nicht, wie ich es besser ausdrücken konnte: Da sie "so eine wie ich" ist (sprich, auch eine Behinderung hat), hat sie mir einfach viel mehr Mut gemacht und Sicherheit in meinem Alltag gegeben, wie ich mit den Reaktionen der Leute um mich herum umgehen kann.
Wo ich vormals irgendwie doch in meiner eigenen Blase gelebt habe, die durch meine Hypersomnie noch gestärkt wurde, hat sie es geschafft, diese effektiv aufzupieksen und mich aus meinem eigenen Gefängnis zu befreien. Wenn du das hier lesen solltest: Danke dir, meine Liebe <3
Es gibt noch mehr Menschen in meinem Leben, aber denen widme ich beizeiten noch einen eigenen Eintrag, wenn es sich ergibt.
Herrje. Ich weiß immer noch nicht, was ich sagen soll. <2345
AntwortenLöschenDu gibst mir aber auch unendlich viel! :-*