Dienstag, 20. Januar 2015

Ämterkampf

Aktuell beschäftigen mich viele Dinge, die ich alle nicht einordnen kann. Mir geht es nicht gut. Das ist der Fakt. Psychisch scheinbar, was sich auf meinen Körper niederschlägt. Man sollte wirklich nicht unterschätzen, wie die Psyche mit dem Körper zusammenhängt. Da kommt bei mir die Frage auf, wie manche Menschen sich freiwillig so einen Dauerstress antun, egal wie krank sie sind, zur Arbeit zu gehen und sich nicht auszukurieren und und und ... diese Liste könnte ich noch viel weiter führen.

Aber was ist es nun, was mich schlecht schlafen lässt, was in mir kleine Anwandlungen von Panik in mir hervorruft, was mir Bauchschmerzen verursacht, was mir das Gefühl gibt, dass mein Kopf absolut von einem freien Willen ist?

Der Schuh, der aktuell drückt, ist der, den ich mir wegen meines Urlaubssemesters habe zulegen müssen. Aufgrund meiner Müdigkeit habe ich ein Urlaubssemester genommen, damit ich nicht diesem ständigen Stress ausgesetzt bin, nicht im Seminar oder in der Vorlesung einzuschlafen. Das hat wirklich gut funktioniert, ich bin nicht mehr jeden Morgen mit Angst, Bauchschmerzen und einer leichten Panik aufgewacht in der Sorge, wie ich meinen Unterricht hinter mich bringen soll. Stattdessen konnte ich mich schlafen legen, wann immer mich die Müdigkeit überfiel, ich musste mir keine Techniken überlegen, wie ich es noch besser kaschieren konnte oder irgendwelche irrwitzigen Ideen herbeizaubern, wie ich wieder wacher werde und das dauerhaft. Doch wenn man ein Urlaubssemester beantragt, bekommt man kein Bafög für diese Zeit; stattdessen ist man darauf angewiesen, ALG II (auch bekannt unter dem bösen Namen Hartz IV) zu beantragen. Ich weiß nicht, wie es woanders ist, aber bei uns musste ich mich sehr viel erklären, warum ich ein Recht auf dieses Geld habe, obwohl ich trotz meines Urlaubssemesters eingeschriebene Studentin sei. Das haben die dann auch nach der Rücksprache mit irgendeiner Leitung verstanden. So weit, so gut.
Nun ist es so, dass ich kaum Freunde habe. Warum auch immer, aber das soll ein Punkt für später sein, über den ich mich sorgen darf. Fakt ist, dass die einzige Person, der ich so weit vertraue, zusammen mit mir in einer Wohnung wohnt, nachdem ich meine damalige Mitbewohnerin rausgeschmissen hatte, als plötzlich der Gerichtsvollzieher ihretwegen vor unserer Tür stand und dann auch noch fast an meine Sachen wollte. Da war mir klar, dass wenn ich in dieser Wohnung bleiben wollte, ich jemand anderen finden musste. Also hatte ich sie damals vor das Ultimatum gestellt, dass entweder wir beide ausziehen oder ich mir eine neue Mitbewohnerin suchte. Sie zog daraufhin freiwillig aus, nachdem ich einen ehemaligen und sehr guten Freund kontaktiert hatte, ob er nicht mal so langsam in eine eigene Wohnung ziehen mag. Er wollte und so zogen wir zusammen.
Irgendwann danach schloss ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab und ließ ihn als Begünstigten eintragen. Wer sonst sollte denn in Frage kommen? Meine Oma hätte es nicht gewollt, meiner Mutter hätte ich es auch nicht geben können, da sie alles verplempert hätte (aber dazu ein anderes mal), mein Vater ist mir unbekannt. Er war in der Oberstufe der einzige, der sich damals mit mir abgegeben und stets nett zu mir war. Er fragte viel nach, ich hab ihm viel erzählt. weil ich ein gutes Gefühl hatte, dass ich dieser Person trauen konnte. Und nun will man mir dieses ALG II nicht genehmigen, weil ich einem Mann vertraue, ohne dass wir eine Liebesbeziehung haben. Die Liebesbeziehung haben sie nur damit begründet, dass er doch bisher für mich die Miete "gezahlt" habe; was ich aber mehrmals bestritten hatte, denn ich hatte betont, dass er mir dieses Geld "geliehen" hatte, damit ich weder mittel- noch obdachlos werden würde. Doch das interessierte das Jobcenter nicht und ließ mich auf eine Antwort von ihnen warten, wo lediglich drin stand, dass ich nicht gegen die Anforderung von Unterlagen widersprechen könne. Sie haben es also so formuliert, dass man gar nicht mehr weiß, wie man darauf reagieren soll. Es ist, als ob die sachbearbeitende Person ein Spiel mit mir spielen wolle. Der Ärger ging nun so weit, dass mir die Sozialberatung unserer Uni geraten hat, da gerichtlich vorzugehen. Der ganze Briefwechsel vorher hat mich so viel Kraft gekostet und so viel Stress verursacht, dass ich mit meiner chronischen Darmerkrankung wieder akut erkrankt bin, sodass es mir damit sehr schlecht geht. Es ist nachgewiesen, dass mit einem Schub dieser Krankheit aus psychische Probleme auftreten (aber auch wieder vergehen) können, und ja, ich muss mir eingestehen, dass ich dieses mal arge Probleme damit habe. Und nun vor Gericht ziehen? Dafür fehlt mir die Kraft, das weiß ich. Immer war ich eine Kämpferin, zumindest denke ich das, aber ... dieses Mal könnte es einfach meine Kraft übersteigen. Ich habe einen ausführlichen Brief geschrieben, warum und wieso und es scheint, als ob die bearbeitende Person ihn nicht gelesen habe.
Ich hoffe, dass dies alles ein gutes Ende nehmen wird. Wer weiß. Aber ich denke, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, nicht wahr?

Mir geht es nicht gut und ich hoffe, dass dies auch ein gutes Ende finden wird.

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